Die Schule

Wir haben schon von dem Lehrer gehört. Das war der Mann, der besonders gut Geschichten erzählen konnte. Er war der Lehrer an einer Schule, die nicht weit entfernt vom Schloss des kleinen dicken Königs lag.


Der Unterricht in der Schule bestand vor allem darin, dass der Lehrer Geschichten erzählte. Jeden Tag mindestens eine. Er erzählte besonders gern fantastische Geschichten, zum Beispiel von fliegenden Pferden und Amseln, die kostenlose Konzerte gaben.  In seinen Geschichten konnten die Bäume und die Tiere miteinander reden. Alle seine Geschichten gingen natürlich immer gut aus. Manche erzählte der Lehrer immer wieder, andere vergaß er und dann musste er sich neue ausdenken.


Ein anderer Teil des Unterrichts bestand darin, dass der Lehrer mit den Kindern die Umgebung erkundete. Manchmal liefen sie in den Wald, manchmal aber auch nur querfeldein. Immer gab es etwas zu entdecken. Der Lehrer kannte alle Spuren, die Tiere im Sand oder im Winter im Schnee hinterlassen. Und er kannte alle Pflanzen. Er wusste, ob man sie essen konnte. Immer wieder zeigte er den Kindern, wie man ihre Samen sammelte und neu aussäte.


Er erzählte von den Tieren, die meistens scheu waren, und die man deshalb nur sehr selten beobachten konnte. Dazu brauchte man viel Geduld, und Geduld hatten die Kinder meistens nicht.


Die Kinder im Land des kleinen dicken Königs gingen nur acht Jahre zur Schule. Man meinte, dann hätten sie genug gelernt. In den meisten Familien mussten sie schon weit vor dem Ende der Schulzeit mithelfen. Sie fütterten die Tiere und hüteten sie, wenn sie draußen weiden sollten. Sie halfen mit bei der Arbeit im Garten und auf dem Feld. Nicht jeder hatte Lust dazu, aber danach wurde nicht gefragt.